Öldruck und Ölflecken unter dem Auto: Kleinigkeit oder Rettung des Motors?

Ein Fleck unter dem Auto macht Sorgen, bedeutet aber nicht immer eine ernsthafte Störung — Farbe, Konsistenz und die Stelle, an der er auftritt, sagen sehr viel, noch bevor Sie unter die Haube schauen. Ein dunkler, öliger, dickflüssiger Fleck unter der Mitte oder vorne beim Motor ist meist Motoröl. Eine grünliche, rosa oder orange Flüssigkeit mit leicht süsslichem Geruch, näher am Kühler, ist Kühlmittel. Eine rötliche, dünnflüssige Flüssigkeit kann Getriebeöl aus dem Automatikgetriebe oder Servolenkungsflüssigkeit sein. Und eine völlig klare, wässrige Pfütze unter der Mitte des Autos im Sommer, wenn Sie mit Klimaanlage fahren — das ist meist nur Kondenswasser des Klimaanlagen-Verdampfers, ein völlig normaler Vorgang, kein Leck.
Um sicherzugehen, womit Sie es zu tun haben, reicht ein einfacher Test: Legen Sie über Nacht ein Stück Karton unter das Auto und schauen Sie morgens, wo genau der Fleck ist, welche Farbe er hat und wie gross er ist. Ein paar Öltropfen nach längerem Stehen sind oft ein normales «Schwitzen» einer älteren Dichtung, mit dem man leben kann, solange man den Ölstand überwacht. Eine wachsende, sich täglich wiederholende Pfütze ist dagegen ein echtes Leck, dessen Quelle geklärt werden muss — das kann eine Dichtung, die Ablassschraube, eine Leitung oder die Ölwanne selbst sein.
Ganz anders ist eine rot leuchtende Öldruckkontrollleuchte auf dem Armaturenbrett (Symbol einer Ölkanne, manchmal mit Wellen). Das ist eines der wenigen Signale im Auto, bei dem kein Raum für «ich fahre noch ein Stück» bleibt. Ein Motor, der ohne ausreichenden Öldruck läuft, verliert die Schmierung zwischen den Metallteilen — Kurbelwellenlager, Nockenwelle, Turboladerlager — was zu Metall-auf-Metall-Reibung führt. Ein schwerer Motorschaden kann innerhalb weniger Dutzend Sekunden entstehen, nicht Kilometer. Wenn diese Leuchte während der Fahrt aufleuchtet: so schnell wie möglich sicher an den Strassenrand fahren und den Motor sofort abstellen. Fahren Sie nicht «noch schnell zur Werkstatt» — das ist einer der wenigen Fälle, in denen jede zusätzliche Minute Motorlaufzeit das Risiko eines teuren, manchmal irreversiblen Schadens erhöht.
Man sollte die Öldruckkontrollleuchte von der Kontrollleuchte für niedrigen Ölstand unterscheiden — diese (oft ein ähnliches Symbol, manchmal mit Zusatzbeschriftung) zeigt an, dass bei nächster Gelegenheit Öl nachgefüllt werden sollte, erfordert aber kein sofortiges Anhalten mitten auf der Strasse. Wenn Sie unsicher sind, welche Leuchte Sie sehen, behandeln Sie sie sicherheitshalber wie die erstere — lieber sicher anhalten und prüfen, als im Verkehr zu raten.
Die häufigsten Ursachen für Öldruckabfall sind ein zu niedriger Ölstand (durch Leck oder normalen Ölverbrauch, häufig bei älteren Motoren), eine defekte Ölpumpe, ein verstopfter Filter oder Ansaugsieb, und manchmal auch einfach ein defekter Drucksensor, der Fehlalarm gibt. Das Problem: Auf der Strasse lässt sich das nicht unterscheiden — deshalb sollte die Reaktion immer gleich sein: Motor abstellen, Ölstand am Peilstab prüfen, erst danach über die nächsten Schritte entscheiden, am besten nach Rücksprache mit einer Werkstatt oder mit Pannenhilfe.
Die beste Vorbeugung ist eine einfache Routine: einmal im Monat den Ölstand am Peilstab prüfen (bei kaltem Motor, auf ebener Fläche) und nach längerem Stehen an derselben Stelle einen Blick unter das Auto werfen. Fünf Minuten, die es ermöglichen, ein Leck zu erkennen, bevor es unterwegs zu einem Öldruckabfall wird.
Fleck unter dem Auto oder Öldruckkontrollleuchte an? Kommen Sie vorbei — wir finden die Ursache und sagen Ihnen ehrlich, ob es eine Kleinigkeit ist oder sofort behoben werden muss.
